Posts Tagged ‘Reisen’

Lost and Found

20 November 2008

Gehe ich bald verloren an die digitale Welt? Werde ich mich bald nicht mehr regulär betten und wird mein Schreibtisch-Mittagschläfchen zum Standardprogramm werden? 

Die Verpflichtungen bei Facebook (neues Hobby) und Xing (alte Notwendigkeit) nehmen zu, ich skype und chatte und maile, podcaste und lastfm-e. Eine kurze Zeit führte mich die Neugier auch zu StayFriends (na, sind sie fett geworden und alt oder strahlend erfolgreich? Nichts von beiden). Noch schlimmer: inzwischen krame ich Schulkameraden aus der Grundschulzeit in Polen bei „Unsere Schulklasse“ raus. Und hier fängt es an, interessant zu werden. Die Leute habe ich zwanzig Jahre nicht mehr gesehen. Und bei manchen weiß ich auch gar nicht mehr, wer das sein soll. Aber es knüpft an meine Vergangenheit an, es gibt eine Plattform, vielleicht auch mal ein Treffen?

Da wäre noch Facebook und die Suche nach Mitbewohnern aus meiner Unizeit im Ausland. Reinstes Jagdfieber! Zeitliche Entfernung – acht Jahre. Noch zu erinnern. 

Und dann aber – die Reisen. Unvergessen und tausend Jahre her. Aber hey – ich habe mir die Namen und Adressen tatsächlich aufgeschrieben. Und: ja, ich habe die Notizbücher noch! Kramkramkram, login, wen finden wir denn heute wohl…

Und überhaupt: Notizbücher, Sammelsurien von Sammelkram, GOLDGRUBEN. Inzwischen halte ich mich ja für zu alt und meine Wohnung für zu klein um Theaterkarteneintrittskartenstadtplänemuseenbeschreibungen zu behalten. Wat ein Fehler! So erinnert man sich sozusagen sensuell an die Dinge, die man sonst, ja, vergisst!

Sammle, Welt, sammle!

Hier mein Fundstück von heute: Auckland, Neuseeland, 1996, Backpackerunterkunft: „Hi, I`m Andrew from Santa Cruz, California„. Enjoy!

Slowenien: ein Land zu unserer Linken (wenn man von Connewitz aus in Richtung Südpol schaut)

19 September 2008

Leipzig-Ljubljana: 600 km Luftlinie, das ist wie von Leipzig nach Hamburch und zurück. 

Links von Slowenien ist Italien, rechts ein kleines Stück Ungarn und unten-rechts Kroatien. Man kann auf 46,6 km im Adriatischen Meer (aka Adria) baden.

Es gibt hohe Berge – die Julischen Alpen – und tiefe Wälder – davon ist halb Slowenien voll. Das erklärt wohl, wieso Slowenien ungefähr eine Million weniger Einwohner hat als Berlin.

Wenn man Slowenien lang ziehen würde, könnte man es (waagerecht) im Baikalsee versenken. Es würden jedoch noch 1227 Meter vom höchsten Gipfel, dem TRIGLAV im Triglavgebirge, aus dem Wasser ragen.

Slowenien war bis 1991 eine der sechs Teilrepubliken Jugoslawiens und darin die wirtschaftlich stärkste.  Davor wurde es in unregelmäßigen Abständen aufgeteilt auf Italien, Deutschland und Ungarn, war eine Teil Frankreichs, Teil Österreich-Ungarns, besiegt von den Türken, besiedelt von Slawen aus dem Baltikum, die Römer und die Kelten waren auch mal da, außerdem die Magyaren uswusw…….

Links:

Ex cult Slovenian band„, das KrankenHaus Lied ist Sp(r)itze haha!

Musterschüler, Musterknabe, Musterland

Neue Slowenische Kunst“ – ein politisches Kunstkollektiv, gegründet in den 80ern

Panoramafotos von Slowenien, mit Karte, ziemlich gut, um sich ein Bild zu machen weil auch 360 Grad, echtgutbinbegeistertsollteesvonjedemlandgeben

Wikipäädia: Steht in gewohnter Manier alles drin, was man für den Anfang braucht

Wostropa erklärt

22 August 2008

Wie oft sagt man sich: ich würde so gerne in die SLOWAKEI, nach ASERBAIDSCHAN oder in die WALLACHEI fahren, und war FRANKFURT nicht sehr weit im Westen?

An dieser Stelle soll, von dem germanoegozentrischen Mittelpunkt LEIPZIG ausgehend, eine kleine Erklärungskarte Wostropas und seiner historischen Gebiete entstehen. Wostropa, weil es immer so war und weil Osteuropa eben nicht erst nach 1989 dazugekommen ist. Es ist nicht das „neue Europa“ – es war nie verschwunden.

Nächste Woche: SLOWENIEN. Ein Land zu unserer Linken.

Reisen mit Kind. Ein kleines Drama in drei Akten.

28 Juli 2008

Erster Akt:
Hannover City – ein Bus fährt zum Bahnhof. Eine junge Mutter plaziert RucksackKindLaufradTascheKindesrucksack um sich herum, glücklich, zwei freie Plätze nebeneinander zu erwischen. Kind sitzt, Mutter sitzt, ist ja nicht lang.
Haltestelle: eine ältere DAME kommt rein: „Würden Sie mir bitte den Platz freimachen?“ Wow, richtig, das Kind sitzt auf dem Platz mit dem Kreuz! Und wie man weiß muss Ordnung sein, so werden KindrucksackLaufradTascheKindesrucksack umgewuchtet, Hauptsache, die Schrulle sitzt.

Vorhang.

Zweiter Akt:
Zug Hannover – Osnabrück: Das Kinderabteil im IC ist nicht für die Kinder da, sondern dient dem Zweck, sie von den anderen Fahrgästen fernzuhalten. Viel mehr als das kann man darin nicht machen.

Vorhang.

Dritter Akt:
Zug Osnabrück – Hannover: wieder Kinderabteil. Vater, Tochter, Sohn aufm Weg nach Berlin. Die junge Mutter lächelt beim Hineingehen freundlich: „Ist hier noch ein Plätzchen frei?“
Der Vater: „Wenn´s sein muss“.

„Lejdis ent dschentelmen, fi arejw at Leipzig sentral stejschn. Senk ju fo trafeling wis de deutsche bahn. Wie wud lajk to felkom ju an bord agejn sun, haf a plesant jurni.“

Ende.

Börlin, ze sity zet newa slips (Erster Teil) oder How to Survive Mitfahrgelegenheiten

18 Juni 2008

Die immer noch mit zehn Euro kostengünstigste Methode von meiner Stadt Leipzig nach Berlin zu kommen ist die Mitfahrgelegenheit. Ein kleiner Rest des Zweifels (komme ich an und wenn: in welchem Zustand) wird durch die Weitergabe des Kennzeichens an die Lieben zu Hause („und jetzt ein Gruß an die Lieben zu Hause“) zumindest der erste Zweifelsteil, naja, gemindert. (Außerdem legt ein Inserat im Internet eine gewisse nachvollziehbare Spur?)

Was tun mit Teil zwei? So schnell und fest einzuschlafen wie möglich. Das funktioniert bei: doofen Gesprächen („Hitler war ja nicht schlimmer als Busch im Irak“), sportlichen Fahrern (auf einer Einfädelspur rechts alle überholen um das Auto an der Spitze auszubremsen und elegant aber bestimmt einzufädeln und auch ansonsten jeden Zentimeter der verfügbaren Fahrbahn sowohl nach vorne wie auch an den Seiten ausnutzen). 

Ehrlich nervig sind die Schnösel in den Leihautos auf Dienstreise, denen ihre Spritkosten egal sind und die sich was dazuverdienen – Blick aufs Handy: „Der Chef ruft an, ihr müsstet jetzt mal kurz leise sein.“ Kotz.