Gehe ich bald verloren an die digitale Welt? Werde ich mich bald nicht mehr regulär betten und wird mein Schreibtisch-Mittagschläfchen zum Standardprogramm werden?
Die Verpflichtungen bei Facebook (neues Hobby) und Xing (alte Notwendigkeit) nehmen zu, ich skype und chatte und maile, podcaste und lastfm-e. Eine kurze Zeit führte mich die Neugier auch zu StayFriends (na, sind sie fett geworden und alt oder strahlend erfolgreich? Nichts von beiden). Noch schlimmer: inzwischen krame ich Schulkameraden aus der Grundschulzeit in Polen bei „Unsere Schulklasse“ raus. Und hier fängt es an, interessant zu werden. Die Leute habe ich zwanzig Jahre nicht mehr gesehen. Und bei manchen weiß ich auch gar nicht mehr, wer das sein soll. Aber es knüpft an meine Vergangenheit an, es gibt eine Plattform, vielleicht auch mal ein Treffen?
Da wäre noch Facebook und die Suche nach Mitbewohnern aus meiner Unizeit im Ausland. Reinstes Jagdfieber! Zeitliche Entfernung – acht Jahre. Noch zu erinnern.
Und dann aber – die Reisen. Unvergessen und tausend Jahre her. Aber hey – ich habe mir die Namen und Adressen tatsächlich aufgeschrieben. Und: ja, ich habe die Notizbücher noch! Kramkramkram, login, wen finden wir denn heute wohl…
Und überhaupt: Notizbücher, Sammelsurien von Sammelkram, GOLDGRUBEN. Inzwischen halte ich mich ja für zu alt und meine Wohnung für zu klein um Theaterkarteneintrittskartenstadtplänemuseenbeschreibungen zu behalten. Wat ein Fehler! So erinnert man sich sozusagen sensuell an die Dinge, die man sonst, ja, vergisst!
Sammle, Welt, sammle!
Hier mein Fundstück von heute: Auckland, Neuseeland, 1996, Backpackerunterkunft: „Hi, I`m Andrew from Santa Cruz, California„. Enjoy!
